achtsamkeit-meeting

Achtsames Leben bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein und die Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment zu fokussieren. Leider erlebe ich viele Meetings, bei denen die Aufmerksamkeit der Kollegen ganz und gar nicht im Hier und Jetzt ist. Der eine schaut in sein Notebook, der andere auf sein Handy. Dann gibt es parallel Zweiergespräche und nur die Hälfte hört überhaupt zu.

Doch auch wenn man zugehört hat: An wie viel des Besprochenen kann man sich danach noch erinnern? War die volle Aufmerksamkeit beim Meeting oder ist man mit seinen Gedanken woanders gewesen? Erinnere dich an dein letztes Meeting. Weißt du noch, was alles besprochen wurde?

Zu einer achtsamen Lebensweise gehört auch das aufmerksame Zuhören. Im Englischen spricht man von „mindful listening“. Das bedeutet, den anderen Menschen ohne Bewertung in seinem Handeln zu beobachten und ihm beim Reden zuzuhören. Hört sich einfach an, wenn man es liest, aber in der Realität ist es schwierig und bedarf der Übung.

Deshalb habe ich für dich meine Tipps zusammengestellt, wie du das aufmerksame Zuhören in Meetings trainieren und verbessern kannst:

1. Fokus setzen

Setze deinen Fokus auf die Person, die aktuell redet, und beseitige alle möglichen Störfaktoren, d.h.

  • Handy auf lautlos oder gar nicht erst zum Meeting mitnehmen.
  • Notebook nur mitnehmen, wenn du die dort enthaltenen Informationen für das Meeting brauchst.
  • Nehme dir vor dem Meeting ein paar Minuten Zeit, um deine Gedanken zu beruhigen und dich auf das bevorstehende Meeting zu fokussieren. Du kannst zum Beispiel eine kleine Atemübung machen, indem du ein paar Mal tief ein- und ausatmest. Lege deine Aufmerksamkeit nur auf deinen Atem, um dadurch deine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen.

2. Empathie entwickeln/erhöhen

Versuche, dich in die andere Person hineinzuversetzen. Meistens sehen wir die Welt nur aus unseren eigenen Augen, unserer eigenen Denkweise und unseren eigenen gemachten Erfahrungen. Um Empathie zu entwickeln bzw. zu erhöhen, versuche, die Meinung der anderen Person anzuerkennen. Das bedeutet nicht, dass du derselben Meinung sein musst, sondern dass du eine andere Meinung zulässt, diese akzeptierst und die Perspektive verstehst. Wenn wir das zulassen und empathisch gegenüber unseren Mitmenschen sind, kann es überwältigend sein, wie viele tolle Ideen ans Tageslicht kommen und wie die Kreativität gesteigert wird.

3. Ausreden lassen

Das hört sich einfach an, aber kann doch unglaublich schwer sein. Vor allem, wenn man bei einer Diskussion sofort auf ein Argument antworten und widersprechen möchte. Aber was passiert, wenn ich meinen Gesprächspartner ständig unterbreche? Er fühlt sich respektlos behandelt und nicht wertgeschätzt. Meistens wird dadurch eine gereizte Stimmung hervorgerufen, auf deren Basis konstruktive Gespräche kaum mehr möglich sind. Sobald du also merkst, dass du in einem Gespräch sofort etwas entgegnen möchtest, halte kurz inne und mache dir eine gedankliche Notiz oder schreibe ein Stichwort auf Papier. Dann kannst du auf dieses Thema noch einmal zurückkommen, sobald dein Gegenüber ausgesprochen hat. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass diese Gespräche am effizientesten ablaufen. Probiere es einfach mal aus.

Stelle dir nun vor, wie es wäre, wenn in deinem nächsten Meeting alle Teilnehmer diese drei Tipps berücksichtigen und leben würden. Was würde passieren? Wie würde das Meeting ablaufen? Welche Ergebnisse würdet ihr erzielen? Wie wäre die Stimmung im Raum und mit welchen Gefühlen würdet ihr das Meeting beenden?

Werde doch der Erste, der diese Tipps umsetzt und die anderen für diese Meeting-Kultur begeistert.

Bild: rawpixel.com auf Unsplash